Smart Kamera für die Bildverarbeitung finden

Smart Kameras – auch als intelligente Kameras bezeichnet – vereinen Sensor, Prozessor und Auswertesoftware in einem kompakten Gehäuse. Damit liefern sie Ergebnisse direkt an Ihre Steuerung und eignen sich ideal für klar umrissene Aufgaben wie Anwesenheitsprüfungen, Code-Lesen oder einfache Qualitätskontrollen.
 
STEMMER IMAGING unterstützt Sie bei der Auswahl passender Smart-Kamera-Lösungen für Ihre Anwendung. Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht der verfügbaren Modelle sowie hilfreiche Informationen, die Ihnen die Entscheidungsfindung erleichtern.
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Mehr als eine Smart Kamera – Ihr Projekt, unser Service

 

Bei STEMMER IMAGING bekommen Sie mehr als nur Hardware. Wir helfen Ihnen bei der Auswahl, liefern abgestimmte Komponenten und unterstützen Sie bei Integration, Konfiguration und Optimierung. So erhalten Sie eine Lösung, die exakt zu Ihrem Projekt passt.

 

Fragen zu unseren Smart Kameras? Wir beraten Sie gerne

 

Unsere Spezialisten unterstützen Sie gerne bei der Auswahl der passenden Smart Kamera – von der Auflösung über Schnittstellen bis hin zur Softwareintegration. Sprechen Sie uns an, wir begleiten Sie Schritt für Schritt.

BildverarbeitungskameraBildverarbeitungskamera

Die richtige Smart Kamera wählen

 

Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, steht immer die grundlegende Frage: Ist eine Smart Kamera für Ihren Anwendungsfall überhaupt die richtige Wahl? Für klar umrissene Aufgaben – etwa das Lesen von Codes, Anwesenheitsprüfungen oder einfache Qualitätskontrollen – ist dies in der Regel der Fall. Wenn jedoch mehrere Kameras synchron arbeiten müssen, sehr hohe Auflösungen oder komplexe Auswertungen gefordert sind, stoßen Smart Kameras an Grenzen und ein vollständiges Vision-System ist die bessere Lösung.
Der folgende Ratgeber gibt Ihnen eine Hilfestellung, im Produktfilter die passenden Kriterien auszuwählen und so Schritt für Schritt zur geeigneten Kamera zu gelangen.

Schritt 1: Anwendung definieren

 

Der wichtigste erste Schritt ist die Definition der Anwendung. Smart-Kameras sind für typische Aufgabenfelder ausgelegt – etwa Identifikation, Anwesenheitsprüfungen, Qualitätskontrollen oder Messtechnik. Jede dieser Aufgaben hat unterschiedliche Anforderungen an Sensorauflösung, Geschwindigkeit und Softwarefunktionen.

Schritt 2: Auflösung und Geschwindigkeit festlegen

 

Auflösung und Geschwindigkeit sind die zentralen Kriterien für die Leistungsfähigkeit einer Smart-Kamera. Sie müssen zur Größe des Sichtfeldes, zur kleinsten zu erkennenden Struktur und zur Prozessgeschwindigkeit passen.

 

  • Auflösung: Je größer das Sichtfeld und je kleiner das Detail, desto mehr Pixel benötigen Sie. Für einfache Anwesenheitsprüfungen reichen oft wenige Pixel pro Merkmal, für das Lesen von 2D-Codes oder Text (OCR) sind deutlich höhere Auflösungen notwendig. Faustregel: Das kleinste relevante Detail sollte mit mindestens drei Pixeln erfasst werden, bei Schriften eher mehr. Über den Produktfilter können Sie die erforderliche Auflösung in Megapixel oder direkt über horizontale und vertikale Pixelzahlen eingrenzen.
  • Bildrate: Die Kamera muss Bilder schnell genug aufnehmen und verarbeiten können, um mit Ihrer Produktion mitzuhalten. Bei hohen Taktzahlen oder schnellen Bewegungen sind kurze Belichtungszeiten und eine hohe Bildfrequenz erforderlich, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden. Im Produktfilter lässt sich dazu die maximale Frame rate (Hz) auswählen.


Richtwerte: ca. 2–3 Pixel pro Merkmal (Anwesenheit), ≈ 4 Pixel pro Modul bei DataMatrix/2D-Codes, ≈ 16 Pixel Zeichenhöhe für OCR.

 

Bewegung beachten: Die Belichtungszeit muss so kurz sein, dass das Objekt während der Aufnahme < 1 Pixel zurücklegt; falls nötig mit geblitzter Beleuchtung (Strobe) arbeiten.

 

Shutter (Global vs. Rolling): Bei bewegten Teilen Global Shutter bevorzugen (verzerrungsfrei). Rolling Shutter nur bei Stillstand oder mit sehr kurzer, geblitzter Belichtung einsetzen. (Datenblatt-Kriterium)

 

Bedenken Sie: Hohe Auflösung und hohe Geschwindigkeit schließen sich technisch oft aus, da mehr Pixel mehr Daten erzeugen. Wählen Sie daher ein ausgewogenes Modell: so hoch wie nötig, so niedrig wie möglich, um eine effiziente Verarbeitung sicherzustellen.

 

Schritt 3: Optik berücksichtigen

 

Die Optik ist ein entscheidender Teil des Systems. Selbst die leistungsfähigste Kamera liefert nur dann gute Ergebnisse, wenn das Objektiv und die Beleuchtung passen.

 

  • Objektivanschluss: Im Produktfilter können Sie über Lens mount festlegen, ob Sie C-Mount, M12 oder einen anderen Anschluss benötigen. C-Mount ist der Standard für industrielle Anwendungen und bietet die größte Auswahl an hochwertigen Objektiven. M12 ist kompakter, eignet sich aber eher für einfache Aufgaben und begrenzten Bauraum.
  • Objektivwahl: Die richtige Brennweite bestimmt, ob Ihr Prüfobjekt im richtigen Maßstab auf dem Sensor abgebildet wird. Ebenso wichtig sind Schärfentiefe und die optische Auflösung (MTF) des Objektivs in Relation zur Sensor-Pixelgröße – sonst verpufft eine hohe Megapixelzahl im Weichzeichnen. Praxistipp: Brennweite aus Sensorgröße + gewünschtem FoV ableiten.
  • Beleuchtung: Sie beeinflusst den Kontrast maßgeblich. Wählen Sie Beleuchtung je nach Oberfläche und Aufgabe: Ringlichter für gleichmäßige Ausleuchtung, Durchlicht für Konturen, diffuses Licht für glänzende Flächen. Ohne abgestimmte Beleuchtung können viele Aufgaben nicht zuverlässig gelöst werden. Trigger/Timing: Prüfen, ob die Smart-Kamera Strobe-Ausgänge für die Beleuchtungsansteuerung und IO/Encoder-Eingänge für exaktes Timing bietet. 

Schritt 4: Einbauumgebung und Schutzart beachten

 

Die Kamera muss zu den physischen Bedingungen Ihrer Anlage passen. Prüfen Sie daher:

 

  • Baugröße und Gewicht: Wichtig bei engem Bauraum oder bewegten Einheiten wie Roboterarmen.
  • Schutzklasse: Je nach Staub, Feuchtigkeit oder Reinigungsprozessen benötigen Sie eine Kamera mit passender IP-Zertifizierung. IP65/67 schützt vor Staub und Wasserstrahlen.
  • Temperatur- und Vibrationsbeständigkeit: In rauen Umgebungen wie Presswerken oder Lebensmittelverpackungslinien sind robuste Gehäuse und geprüfte Beständigkeit entscheidend.

 Im Filter können Sie über IP rating direkt nach der Schutzklasse suchen

Schritt 5: Rechenleistung und Softwareplattform prüfen

 

Smart-Kameras unterscheiden sich durch die verfügbaren Tools (z. B. 1D/2D-Codes, OCR, Matching, ggf. KI-Module) und deren Performance bei Ihrer Zielauflösung/-bildrate. Diese Kombination ist für die Praxis wichtiger als die CPU selbst.

 

  • Plattform/Performance: Wählen Sie ein Modell, das Ihre Prüfschritte bei der erforderlichen Auflösung und Bildrate stabil in Echtzeit schafft. Fordern Sie ggf. Performance-Angaben oder testen Sie mit Musterteilen.
  • Tool-Set & Usability: Prüfen Sie, ob die benötigten Tools vorhanden sind und wie komfortabel sie sich konfigurieren lassen (grafische Oberfläche vs. Programmierung). Geschlossene Plattformen bieten schnelle Einrichtung; offene Plattformen mehr Flexibilität.
  • CPU architecture (Indikator): Die Architektur (ARM/x86) kann Hinweise auf Leistung und Offenheit geben, ist aber nachrangig gegenüber Tool-Set und tatsächlicher Performance.

 

Schritt 6: Spektrale Anforderungen klären

 

Nicht alle Aufgaben lassen sich im sichtbaren Spektrum lösen. Prüfen Sie daher, ob spezielle Anforderungen bestehen:

 

  • Monochromkameras: Ideal für hohe Empfindlichkeit, gute Kontraste und Detailschärfe, wenn Farbe keine Rolle spielt.
  • Farbkameras: Notwendig, wenn Farbunterschiede oder Farbcodes erkannt werden müssen.
  • Spezialbereiche: Nahinfrarot (NIR), SWIR oder UV werden benötigt, wenn bestimmte Materialien sichtbar gemacht oder spezielle Oberflächen analysiert werden sollen. Diese Kameras sind teurer, eröffnen aber zusätzliche Prüfmöglichkeiten. Hinweis: SWIR/UV-Varianten sind bei Smart-Kameras modellabhängig und selten – ggf. Alternativarchitektur erwägen.

 

Häufige Fragen zu Smart Kameras

Was ist der Unterschied zwischen einer Smart Kamera und einer klassischen Industriekamera?

 

Eine Smart Kamera vereint Bildsensor, Prozessor und Auswertesoftware in einem kompakten Gerät und liefert Ergebnisse direkt an die Steuerung. Eine klassische Industriekamera hingegen gibt nur Bilddaten aus und benötigt für die Verarbeitung einen externen PC oder ein Vision-System. Smart Kameras eignen sich daher besonders für klar umrissene Aufgaben mit geringem Integrationsaufwand, während Industriekameras mehr Flexibilität und Leistung in komplexen Szenarien bieten.

Für welche Branchen eignen sich Smart Kameras besonders?

 

Smart Kameras kommen überall dort zum Einsatz, wo kompakte, eigenständige Lösungen gefragt sind. Typische Beispiele sind die Automobilindustrie (Anwesenheitsprüfung von Clips oder Schrauben), die Elektronikfertigung (Code- und OCR-Lesen), sowie Verpackungs- und Logistikanwendungen (Vollständigkeits- und Lagekontrollen). In allen Fällen profitieren Anwender von der einfachen Integration und dem geringen Platzbedarf.

Wie einfach lassen sich Smart Kameras in bestehende Systeme integrieren?

 

Die Integration ist in der Regel unkompliziert, da Smart Kameras gängige Schnittstellen wie GigE Vision oder USB Vision bieten. Viele Modelle verfügen zusätzlich über digitale I/O, Encoder-Eingänge oder sogar Feldbus-Schnittstellen wie Profinet. Damit lassen sich die Kameras direkt an SPS oder Robotersteuerungen anbinden – ohne aufwendige Zusatzhardware

Welche zusätzlichen Komponenten sind erforderlich?

 

Neben der Kamera selbst werden in den meisten Projekten ein passendes Objektiv und eine abgestimmte Beleuchtung benötigt. Besonders die Beleuchtung ist entscheidend, da sie Kontrast und Bildqualität maßgeblich beeinflusst. Je nach Anwendung können außerdem Halterungen, Schutzgehäuse oder Encoder-Trigger erforderlich sein, um stabile Ergebnisse im Produktionsumfeld zu gewährleisten.


Können Smart Kameras ohne externen PC betrieben werden?

 

Ja, das ist einer der größten Vorteile von Smart Kameras. Sie führen Bildaufnahme und Auswertung direkt im Gerät durch und geben nur das Prüfergebnis an die Steuerung weiter. Wichtig ist allerdings, dass die Aufgaben in die Rechenleistung und Tool-Sets der Kamera passen. Für sehr komplexe Inspektionen oder KI-basierte Anwendungen ist oft ein Vision-System mit externer Recheneinheit die bessere Wahl.

Wie erfolgt die Programmierung bzw. Konfiguration von Smart Kameras?

 

Viele Smart Kameras lassen sich über grafische Oberflächen konfigurieren – beispielsweise mit Drag-and-Drop-Tools für Standardaufgaben wie Barcode- oder OCR-Lesen. Für anspruchsvollere Anwendungen stehen offene Plattformen oder SDKs zur Verfügung, die eine tiefergehende Anpassung ermöglichen. So können Anwender wählen zwischen schneller Einrichtung und maximaler Flexibilität.

Gibt es Plug-and-Play-Lösungen für typische Prüfaufgaben?

 

Ja, viele Smart Kameras bieten vorgefertigte Tools für Standardaufgaben wie 1D-/2D-Code-Lesen, OCR oder einfache Anwesenheitsprüfungen. Diese Funktionen lassen sich meist ohne Programmierkenntnisse einrichten und sofort einsetzen. Dennoch gilt: Für zuverlässige Ergebnisse müssen Parameter wie Beleuchtung, Toleranzen oder Triggerung auf die konkrete Anwendung abgestimmt werden.

Wie flexibel lassen sich Smart Kameras bei wechselnden Aufgaben umprogrammieren?

 

Die meisten Smart Kameras erlauben es, verschiedene „Jobs“ oder Prüfprogramme zu hinterlegen und bei Bedarf umzuschalten. Dadurch lassen sich unterschiedliche Produkte oder Varianten mit derselben Kamera prüfen. Je nach Plattform reicht die Bandbreite von einfacher Job-Umschaltung bis hin zu komplett frei programmierbaren Anwendungen.

Wann sollte man lieber ein komplettes Vision-System statt einer Smart Kamera einsetzen?

 

Ein Vision-System ist immer dann die bessere Wahl, wenn mehrere Kameras synchronisiert werden müssen, sehr hohe Auflösungen (>5 MP) erforderlich sind oder komplexe Algorithmen zum Einsatz kommen. Auch bei 3D-Inspektionen oder KI/Deep-Learning-Anwendungen stoßen Smart Kameras an ihre Grenzen. In solchen Fällen bietet ein modulares System deutlich mehr Leistung und Flexibilität.

Kann man Smart Kameras in Robot Vision oder Pick-and-Place-Anwendungen einsetzen?

 

Ja, Smart Kameras eignen sich gut für einfache Robot Vision-Aufgaben. Sie erkennen Positionen, lesen Codes und geben Lageinformationen direkt an das Robotersystem weiter. Für hochdynamische Bewegungen oder komplexe 3D-Greifprozesse sind allerdings leistungsstärkere Systeme mit höherer Rechenkapazität erforderlich.

Sind Smart Kameras für Qualitätskontrolle in Hochgeschwindigkeit geeignet?

 

Viele Smart Kameras sind für hohe Taktzahlen ausgelegt und können Prüfungen in Millisekunden durchführen. Entscheidend sind dabei die richtige Kombination aus Auflösung, Bildrate und Prozessorleistung. Für Anwendungen wie das Code-Lesen auf schnellen Förderbändern reicht dies meist aus – bei extremen Geschwindigkeiten oder sehr detaillierten Prüfungen sind spezialisierte Hochgeschwindigkeitslösungen notwendig.