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Das kleine 1x1 der industriellen Bildverarbeitung

Optiken in der Bildverarbeitung

Objektivwahl verstehen und richtig umsetzen

Optiken sind ein zentraler Bestandteil jedes Bildverarbeitungssystems – und gleichzeitig eine der häufigsten Ursachen für instabile Ergebnisse. In vielen Projekten wird die Objektivauswahl zu spät oder isoliert getroffen, was zu unzureichender Bildqualität, Messfehlern oder aufwendigen Iterationen führt.

Entscheidend ist: Eine Optik funktioniert nie isoliert. Sie muss exakt auf Sensor, Pixelgröße, Arbeitsabstand und Beleuchtung abgestimmt sein.


Wenn Sie die Grundlagen der industriellen Bildverarbeitung besser verstehen möchten, finden Sie hier eine Einführung in Was ist industrielle Bildverarbeitung?

Welche Sensorgrößen gibt es – und warum sind sie entscheidend?


Die Sensorgröße beschreibt die physische Fläche, auf die das Bild projiziert wird. In der industriellen Bildverarbeitung werden Sensorgrößen üblicherweise in Zoll angegeben, etwa 1/3", 1/2", 2/3" oder 1".


Kleinere Sensoren wie 1/3" oder 1/2" werden häufig in kompakten und kostensensitiven Anwendungen eingesetzt. Größere Sensoren - beispielsweise 2/3" oder 1" - sind Standard in vielen industriellen Inspektionssystemen, da sie ein größeres Sichtfeld oder eine höhere Detailauflösung ermöglichen. In hochauflösenden Anwendungen kommen auch noch größere Formate zum Einsatz.


Die Sensorgröße beeinflusst direkt das Bildfeld. Ein größerer Sensor kann bei gleicher Optik mehr vom Objekt erfassen. Gleichzeitig muss die Optik zur Sensorgröße passen: Jede Optik ist nur für einen bestimmten Bildkreis ausgelegt. Wird dieser überschritten, entstehen Abschattungen oder unscharfe Bildbereiche.


Die Sensorgröße steht außerdem in engem Zusammenhang mit der Kameratechnologie. Unterschiede in Sensorarchitektur und Pixelgröße werden im Detail im Bereich Kameratechnologien in der Bildverarbeitung erläutert.


Die Auswahl der passenden Kamera ist eng mit der Sensorgröße verbunden. Einen Überblick über verfügbare Modelle und Sensorformate finden Sie im Bereich Industriekameras.

Welche Mount-Typen gibt es – und was bedeuten sie?

 

Der Mount definiert die mechanische Schnittstelle zwischen Kamera und Objektiv. Er bestimmt, wie die Optik montiert wird und welchen Abstand sie zum Sensor hat.

Der am weitesten verbreitete Standard in der industriellen Bildverarbeitung ist der C-Mount. Er bietet eine hohe Kompatibilität und wird typischerweise für Sensorgrößen bis etwa 1" eingesetzt.

Der CS-Mount ist mechanisch ähnlich, besitzt jedoch ein geringeres Auflagemaß. CS-Mount-Objektive können nicht direkt auf C-Mount-Kameras verwendet werden, während umgekehrt eine Nutzung mit Adapter möglich ist.

Für größere Sensoren oder Anwendungen mit hohen Anforderungen an die optische Leistung kommen auch F-Mount-Systeme zum Einsatz, die ursprünglich aus der Fotografie stammen. Darüber hinaus existieren weitere Mount-Typen für spezialisierte Anwendungen.

In der Praxis gilt: Der Mount stellt die mechanische Kompatibilität sicher, sagt jedoch nichts über die optische Eignung aus.


Eine Übersicht kompatibler Objektive für verschiedene Mount-Typen finden Sie in unserem Produktbereich Objektive für die Bildverarbeitung.

Welche Objektivtypen gibt es in der Bildverarbeitung?


Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Objektivtypen zum Einsatz, die sich in ihrer optischen Auslegung und ihrem Einsatzbereich unterscheiden.

Standardobjektive decken ein breites Anwendungsspektrum ab und werden häufig in klassischen Inspektionsaufgaben eingesetzt. Sie bieten ein gutes Verhältnis aus Kosten und Leistung.

Makroobjektive sind für kleine Bildfelder und hohe Abbildungsmaßstäbe ausgelegt. Sie kommen zum Einsatz, wenn kleine Strukturen mit hoher Detailgenauigkeit erfasst werden müssen..

Telezentrische Objektive sind speziell für präzise Messaufgaben entwickelt. Sie reduzieren perspektivische Verzerrungen und sorgen dafür, dass Objekte unabhängig von ihrer Position in der Höhe gleich groß dargestellt werden.

 

Typische Einsatzfelder werden im Bereich optische Messtechnik näher beschrieben. Für präzise Messaufgaben stehen speziell entwickelte Lösungen zur Verfügung.

 

Entdecken Sie geeignete Produkte im Bereich telezentrische Objektive.

Weitwinkelobjektive ermöglichen große Sichtfelder bei kurzen Arbeitsabständen, können jedoch stärkere Verzeichnungen aufweisen und sind daher nicht für jede Anwendung geeignet.

Zusätzlich existieren spezialisierte Optiken, die für bestimmte Wellenlängenbereiche optimiert sind, etwa im Infrarot- oder UV-Bereich.

Wie beeinflussen Pixelgröße und Auflösung die Objektivauswahl?

 

Die Auflösung eines Bildverarbeitungssystems ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Kamera und Optik. Die Pixelgröße beschreibt die physische Größe eines einzelnen Pixels auf dem Sensor.


Kleine Pixel ermöglichen eine höhere Detailauflösung, stellen jedoch höhere Anforderungen an die optische Qualität. Ist die Optik nicht leistungsfähig genug, kann die theoretische Auflösung der Kamera nicht genutzt werden.

 

Eine praxisnahe Regel lautet: Ein relevantes Objektmerkmal sollte mit mindestens zwei bis drei Pixeln abgebildet werden, um zuverlässig erkannt oder vermessen zu werden.


Daraus folgt: Die Auswahl von Kamera und Optik sollte immer gemeinsam erfolgen – isolierte Entscheidungen führen häufig zu ineffizienten oder instabilen Systemen.

Welche Rolle spielen Blende und Schärfentiefe?

 

Die Blende steuert, wie viel Licht durch die Optik auf den Sensor fällt, und beeinflusst gleichzeitig die Schärfentiefe.

 

Eine geschlossene Blende erhöht die Schärfentiefe und sorgt dafür, dass auch bei Höhenunterschieden im Objekt noch ausreichend scharfe Bilder entstehen. Gleichzeitig reduziert sie jedoch die verfügbare Lichtmenge.


Eine offene Blende lässt mehr Licht auf den Sensor, verringert jedoch die Schärfentiefe. Das kann zu Problemen führen, wenn Objekte nicht exakt positioniert sind oder sich bewegen.


In der industriellen Praxis ist die Schärfentiefe häufig ein entscheidender Faktor für die Prozessstabilität.

Warum sind Arbeitsabstand und Bauform entscheidend?


Der Arbeitsabstand beschreibt den Abstand zwischen Objekt und Optik. Er beeinflusst das Bildfeld, die Perspektive und die mechanische Integration.

 

Ein größerer Arbeitsabstand kann die Integration erleichtern, erfordert jedoch häufig leistungsfähigere Optiken. Gleichzeitig müssen Bauform und mechanische Stabilität berücksichtigt werden, insbesondere in industriellen Umgebungen mit Vibration, Temperaturänderungen oder begrenztem Bauraum.


Eine stabile mechanische Auslegung ist entscheidend für reproduzierbare Ergebnisse.

Welche Rolle spielen Spektrum und Beleuchtung?


Optiken sind nicht automatisch für alle Wellenlängen gleich gut geeignet. Viele Standardobjektive sind für sichtbares Licht optimiert, während Anwendungen im Infrarot- oder UV-Bereich spezielle Optiken erfordern.

 

Unterschiedliche Wellenlängen können zu Fokusverschiebungen oder veränderter Bildqualität führen. Deshalb müssen Optik und Beleuchtung immer gemeinsam betrachtet werden.

Typische Fehler bei der Objektivauswahl


In der Praxis treten häufig ähnliche Probleme auf: Die Optik wird nach der Kamera ausgewählt statt nach der Anwendung, die Pixelgröße wird nicht berücksichtigt oder die Beleuchtung wird zu spät in die Systemauslegung einbezogen.


Auch die Schärfentiefe oder spektrale Anforderungen werden oft unterschätzt. Diese Faktoren führen zu vermeidbaren Iterationen im Projekt und können die Systemstabilität langfristig beeinträchtigen.

 

 

Sie möchten sicherstellen, dass Ihre Optikauswahl zur Anwendung passt?

 

Diskutieren Sie Ihre Anforderungen mit unseren Experten oder prüfen Sie Ihre Systemauslegung gemeinsam mit unserem Team.

Optiken als Teil der gesamten Vision-Architektur


Die Auswahl der richtigen Optik ist kein isolierter Schritt, sondern Teil der gesamten Systemauslegung. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Kamera, Optik, Beleuchtung und Software.


In der Praxis zeigt sich, dass die optimale Abstimmung dieser Komponenten den größten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit eines Systems hat. Mit unseren MORE Services unterstützen wir bei der Auslegung und Validierung kompletter Bildverarbeitungslösungen.