In der industriellen Bildverarbeitung entscheiden die richtigen Beleuchtungssysteme über Kontrast, Prozessstabilität und letztlich über die Qualität der erfassten Bilddaten. Doch bei der Vielzahl an Beleuchtungstechniken, Bauformen und Wellenlängen stellt sich schnell die Frage: Welche LED-Beleuchtung ist für meine Machine Vision Anwendung optimal?
Dieser Produkt-Guide führt Sie systematisch zur passenden Lösung – von der Wahl der Beleuchtungstechnik (Auflicht, Durchlicht, Dunkelfeld) über die optimale Bauform bis hin zum passenden Spektrum. Gleichzeitig zeigt er, wie Sie den STEMMER IMAGING Product Finder nutzen, um Ihre Auswahl in wenigen Schritten zu präzisieren – auch ohne tiefes Vorwissen.
Die Wahl der Beleuchtungstechnik legt fest, welchen Kontrast Sie überhaupt erreichen können. Deshalb ist sie der erste und wichtigste Schritt bei der Auswahl einer LED-Beleuchtung. Jede Technik erzeugt ein anderes Bild der Szene – und damit andere Möglichkeiten der Auswertung.
Auflicht – die Standardlösung für Strukturen, Farben & Markierungen
Bei Auflicht wird das Objekt frontal beleuchtet. Dadurch werden Oberflächenmerkmale, Druckbilder, Farben und Codes klar herausgearbeitet. Je nach Lichtführung (diffus, koaxial, fokussiert) lassen sich Reflexionen unterdrücken oder gezielt nutzen.
Ideal für: Druckbildkontrolle, Farbprüfung, Barcode- und Datamatrix-Erkennung, Strukturprüfungen.
Die entsprechende Beleuchtungsgeometrie – Ringlicht, Spot oder Flächenlicht – lässt sich im Auswahlprozess einfach an Ihre Bauteilgröße und Oberfläche anpassen.
Durchlicht (Backlight) – maximaler Kontrast für Kanten & Silhouetten
Durchlicht erzeugt ein kontrastreiches Hell-Dunkel-Bild, weil das Objekt als dunkle Silhouette vor einem homogenen Hintergrund erscheint. Perfekt für Aufgaben, bei denen die äußere Form entscheidend ist.
Ideal für: Konturenanalyse, Vermessung, Anwesenheitskontrolle, transparente oder teiltransparente Materialien.
Backlights und Linienlichter ermöglichen zusätzlich eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung – wichtig für präzise Messaufgaben.
Dunkelfeld – sichtbare Mikrodefekte auf glänzenden Oberflächen
Bei Dunkelfeldbeleuchtung treffen flache Lichtwinkel auf das Objekt. Dadurch erscheinen Kratzer, Grate, Riefen, Staubpartikel oder Gravuren als helle Linien oder Punkte, während die restliche Oberfläche dunkel bleibt.
Ideal für: Metall, Glas, Folien, polierte oder reflektierende Oberflächen.
Segmentierte Bauformen oder ringförmige Dunkelfeldlichter ermöglichen außerdem eine sehr gezielte Fehlerdetektion.
Typische Entscheidungskriterien:
- Oberflächen, Farben oder Markierungen prüfen? → Auflicht
- Kanten, Formen oder Silhouetten auswerten? → Durchlicht
- Feinste Fehler auf glänzenden Materialien erkennen? → Dunkelfeld
- Unklar, wo starten? → Auflicht & Durchlicht abgleichen, Dunkelfeld bei Bedarf ergänzen