Kaleido liefert die Ortsauflösung, Zeilenrate und Lichtempfindlichkeit, die die industrielle Hyperspectral-Prüfung bisher vermisst hat – werksseitig kalibriert, direkt einsetzbar.
Herkömmliche Bildverarbeitung erfasst, wie ein Objekt aussieht. Hyperspectral-Bildverarbeitung zeigt, woraus es besteht: chemische Zusammensetzung, Feuchtigkeitsgehalt, Materialidentität. Die Teledyne DALSA Kaleido bringt diese Analyse auf schnelle industrielle Sortierstrecken - als praxistaugliche Zeilenkamera für die automatisierte Prüfung im Produktionsmaßstab.


Mit 1.280 Pixeln räumlicher Auflösung bei 2.300 Hz Zeilenrate über den gesamten Spektralbereich, entfällt der Kompromiss zwischen Bilddetail und Aufnahmegeschwindigkeit, der die meisten Hyperspectral-Plattformen einschränkt. Sortierstrecken mit hohem Durchsatz erzielen so Klassifikationsgenauigkeit ohne Abstriche.
Mit einer spektralen Auflösung von 3,5 nm und bis zu 220 wählbaren Bändern liefert Kaleido die spektrale Detailtiefe, die für eine zuverlässige Materialdifferenzierung erforderlich ist. Über die Bandauswahl lässt sich das Datenvolumen auf die prozessrelevanten Spektralbänder begrenzen, um Datenaufkommen und Rechenanforderungen überschaubar zu machen.
Sensor und Spektrograph sind in einer kompakten Einheit zusammengefasst, mit integrierter Aberrationskorrektur und werkseitig einheitlicher Spektralkalibrierung. Für Mehrkamera-Aufbauten bedeutet das erheblich weniger Konfigurationsaufwand; der bislang aufwendige Schritt der individuellen Ausrichtung und Kalibrierung entfällt.
Minimale Keystone- und Smile-Verzerrungen stellen sicher, dass räumliche und spektrale Daten über das gesamte Sichtfeld präzise deckungsgleich bleiben. Das ist Grundvoraussetzung für alle Präzisionssortier- und Qualitätsprüfanwendungen, bei denen Position und spektrale Identität eindeutig verknüpft sein müssen.
Anlagenbauer wählen die Optik frei nach Arbeitsabstand und Sichtfeld – ohne Bindung an eine proprietäre Optikbaugruppe. Besonders bei OEM-Projekten und anwendungsspezifischen Designs, bei denen sich die geometrischen Einbauverhältnisse von Projekt zu Projekt unterscheiden, schafft das Planungssicherheit.
Kaleido nutzt eine 10-GigE-Vision-Schnittstelle, vollständig GenICam®-konform, und überträgt Daten im ENVI-Hyperspectral-Format. Programmierbare Spektralband- und Raumzonenauswahl sorgt dafür, dass nur die prozessrelevanten Daten übertragen werden – Systemlast sowie Rechen- und Speicherbedarf bleiben gering. Einzel- und Mehrfach-Trigger, Metadatenunterstützung sowie ROI, Multi-ROI, Binning decken die Aufnahmeanforderungen auch anspruchsvoller Produktionsumgebungen ab.
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
Sensortyp |
InGaAs |
Spektralbereich |
SWIR |
Spitzenwellenlänge |
1.750 nm |
Ortsauflösung |
1.280 × 256 Pixel |
Max. Zeilenrate |
2.300 Hz (gesamter Spektralbereich) |
Spektrale Auflösung |
3,5 nm |
Wählbare Spektralbänder |
Bis zu 220 |
Dynamikbereich |
61 dB |
Sättigungskapazität |
120 ke⁻ |
ADC-Bittiefe |
12-bit / 12-bit packed |
Pixelgröße |
14 µm |
Datenschnittstelle |
10 GigE Vision (GenICam®-konform) |
Objektiv-Fassung |
M42x1 |
Synchronisation |
Freilauf, externer Trigger |
Bildverarbeitung |
Shading-Korrektur, Defektpixelkorrektur, Linearitätskorrektur |
Teilbildmodi |
ROI, Multi-ROI, spektrales und digitales Binning |
Schutzart |
IP54 |
Abmessungen (B × H × T) |
100 × 120 × 184 mm |
Masse |
2,3 kg |
Leistungsaufnahme |
22 W (max.) bei 24 V über GPIO-Steckverbinder |
Betriebstemperatur |
5–45 °C Umgebungstemperatur |
Steckverbinder |
M12 auf RJ45 Ethernet |
Konformität |
CE, FCC, RoHS; GigE Vision v1.2 |
Spektralkalibrierung |
Werkseitig kalibriert; einheitlich über alle Einheiten und den gesamten Betriebstemperaturbereich |
Kaleido eignet sich für alle Sichtprüfsysteme, bei denen Materialzusammensetzung, Feuchtigkeitsgehalt oder chemische Identität das Prüfergebnis bestimmen und eine RGB-Bildgebung allein keine ausreichende Differenzierung ermöglicht.


SWIR-Hyperspectral-Bildgebung erkennt Feuchtigkeitsabsorptions-Signaturen bei 970 nm, 1.200 nm und 1.400 nm:


Bis zu 90 % der Kunststoffe lassen sich über SWIR-Spektralbänder bis 1.700 nm differenzieren; über 1.900 nm stehen weitere Unterscheidungsmerkmale zur Verfügung. Kaleido ermöglicht die Identifikation und Sortierung von:


Pharmazeutische Tabletten mit unterschiedlicher Dosierung können optisch identisch sein. Hyperspectral-Bildgebung macht Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung sichtbar und ermöglicht Dosierungsverifikation sowie Kontaminationserkennung – Aufgaben, die visuelle oder RGB-basierte Prüfung nicht zuverlässig leisten kann.


Feuchtigkeits- und Chlorophyllgehalt in Holz und Pflanzenmaterial sind anhand von Spektralsignaturen erfassbar. Das unterstützt Sortierung, Trocknungsprozesssteuerung und Qualitätsklassifikation in der Holz- und Agrarbearbeitung.


In der Textilherstellung kommt es auf Materialreinheit an. Hyperspectral-Bildgebung erfasst Faserkomposition und Färbehomogenität über SWIR-Spektralsignaturen und liefert damit die Grundlage für zuverlässige Qualitätssortierung und Kontaminationserkennung.
Hyperspectral-Bildverarbeitungssysteme erfordern mehr als eine Kamera. Beleuchtungsauswahl, Spektralkalibrierung, Datenverarbeitungsabläufe und anwendungsspezifische Bandkonfiguration bestimmen die Klassifikationssicherheit. STEMMER IMAGING begleitet die Auswahl und den Aufbau Kaleido-basierter Systeme – von der ersten Machbarkeitsanalyse bis zur Inbetriebnahme.


Multispektrale Systeme erfassen eine begrenzte Anzahl diskreter, weit voneinander entfernter Bänder – typischerweise weniger als 20. Hyperspectral-Bildgebung erfasst Hunderte zusammenhängender, schmaler Bänder und erzeugt für jeden Pixel eine vollständige Spektralkurve. Diese spektrale Dichte ermöglicht eine zuverlässige Materialidentifikation und subtile Differenzierung, die Multispektral-Systeme nicht leisten können.
SWIR-Wellenlängen (ca. 900–2.500 nm) entsprechen den charakteristischen Absorptions- und Reflexionseigenschaften organischer Bindungen, Wassermoleküle und Polymerstrukturen. Viele Materialien, die im sichtbaren Licht identisch erscheinen, besitzen ausgeprägte, messbare SWIR-Spektralsignaturen – was SWIR zum bevorzugten Spektralbereich für die zusammensetzungsbasierte Klassifikation macht.
Herkömmliche Hyperspectral-Systeme erfordern separate Sensor- und Spektrographen-Komponenten, die einzeln ausgerichtet und kalibriert werden müssen. Das integrierte Design der Kaleido – mit eingebauter Aberrationskorrektur und werkseitig einheitlicher Spektralkalibrierung – macht diesen Ausrichtungsschritt überflüssig und stellt eine konsistente Spektralantwort zwischen den Einheiten sicher. Das ist besonders relevant beim Einsatz mehrerer Kameras auf einer Strecke.
Ja. Hyperspectral-Daten der Kaleido lassen sich mit Common Vision Blox und der CVB Spectral Library erfassen. STEMMER IMAGING stellt Code, Dokumentation und Beispielprogramme für die Erfassung und direkte Speicherung als ENVI-Hyperspectral-Würfel bereit. Kaleido ist nativ mit dem ENVI-Format kompatibel. Wenden Sie sich an unser technisches Team, um Zugang zu den CVB-Spectral-Library-Ressourcen zu erhalten.
Ja. Über unsere Engineering Services bieten wir Machbarkeitstests und technische Beratung an, um zu bewerten, ob Kaleido für die jeweiligen Prüfanforderungen geeignet ist. Das umfasst Spektralbandauswahl, Beleuchtungsaspekte, Datenvolumen und den Aufbau der Klassifikationspipeline.
SWIR-Hyperspectral-Bildgebung benötigt eine stabile Beleuchtung mit ausreichender spektraler Bestrahlungsstärke über den vom System und der Anwendung genutzten Wellenlängenbereich. Für Standard-SWIR-Anwendungen sind das typischerweise 900 bis 1.700 nm; erweiterte Anwendungen können eine Abdeckung bis ca. 2.500 nm erfordern. Die Auswahl hängt von den benötigten Spektralbändern, der Liniengeschwindigkeit, der Belichtungszeit, dem Arbeitsabstand, der Beleuchtungsgeometrie sowie der geforderten räumlichen und spektralen Gleichmäßigkeit ab.
Für Anwendungen, bei denen eine gleichmäßige Ausleuchtung der Prüfstrecke und eine stabile spektrale Ausgangsleistung über die Zeit entscheidend sind, eignen sich Breitband-SWIR-LED-Zeilenbeleuchtung wie die CCS LNSP für den Bereich 900 bis 1.700 nm. Gegenüber Halogenquellen bieten LED-Lösungen typischerweise längere Lebensdauer, geringere Strahlungswärme und bessere Eignung für kompakte Inline-Prüfaufbauten.