LED-Beleuchtungen für die Bildverarbeitung

Auf dieser Seite finden Sie einen umfassenden Produkt-Guide zum Thema LED-Beleuchtung für die Bildverarbeitung sowie eine große herstellerunabhängige Produktauswahl. Damit profitieren Sie von einem der umfassendsten Beleuchtungsportfolios in Europa und können geeignete Lösungen direkt vergleichen und auswählen.

LED illumination machine visionLED illumination machine vision

Produktübersicht LED-Beleuchtungen für Machine Vision

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Wann ist eine LED-Beleuchtung die optimale Lösung für Ihre Bildverarbeitung?

LED-Beleuchtungen sind heute die am weitesten verbreitete Lichtquelle in der industriellen Bildverarbeitung, weil sie gezielte, stabile und reproduzierbare Lichtverhältnisse erzeugen – eine Grundvoraussetzung für zuverlässige Ergebnisse. Sie eignen sich besonders für Anwendungen, bei denen bestimmte Merkmale sichtbar gemacht werden müssen: etwa Kanten, Farben, Oberflächenstrukturen oder feine Defekte. Durch die Auswahl passender Lichttechniken wie Auflicht, Durchlicht oder Dunkelfeld lassen sich selbst anspruchsvolle Materialien oder komplexe Geometrien klar erfassen.
 
Im Unterschied zu anderen Beleuchtungsarten bieten LEDs eine hohe Flexibilität: unterschiedliche Bauformen für enge oder große Einbauräume, verschiedene Wellenlängen für optimierten Kontrast sowie die Möglichkeit, Lichtrichtung, Intensität oder sogar Farbzustände präzise zu steuern. Damit sind sie die erste Wahl für Inspektionen, Qualitätskontrollen, Messaufgaben oder Hochgeschwindigkeitsprozesse – überall dort, wo reproduzierbare Bilddaten und kontrollierte Lichtführung entscheidend sind.

Fragen zu LED-Beleuchtungen? Wir beraten Sie gerne!

Sie sind unsicher, welche Beleuchtung optimal zu Ihrer Anwendung passt? Wir unterstützen Sie bei Auswahl und Integration – schnell, unabhängig und praxisorientiert.

 

Mehr als nur LED-Beleuchtung – wir begleiten Ihr gesamtes Bildverarbeitungsprojekt.

 

Von der Beleuchtungswahl über Tests bis zur Systemintegration: Wir begleiten Sie durch alle Projektphasen und sorgen dafür, dass Ihre Bildverarbeitung zuverlässig, stabil und exakt auf Ihre Anforderungen abgestimmt ist. 

 

Red ring light Machine Vision Illumination Red ring light Machine Vision Illumination

LED-Beleuchtung nach Anwendung auswählen (Product Guide) 

In der industriellen Bildverarbeitung entscheiden die richtigen Beleuchtungssysteme über Kontrast, Prozessstabilität und letztlich über die Qualität der erfassten Bilddaten. Doch bei der Vielzahl an Beleuchtungstechniken, Bauformen und Wellenlängen stellt sich schnell die Frage: Welche LED-Beleuchtung ist für meine Machine Vision Anwendung optimal?
 

Dieser Produkt-Guide führt Sie systematisch zur passenden Lösung – von der Wahl der Beleuchtungstechnik (Auflicht, Durchlicht, Dunkelfeld) über die optimale Bauform bis hin zum passenden Spektrum. Gleichzeitig zeigt er, wie Sie den STEMMER IMAGING Product Finder nutzen, um Ihre Auswahl in wenigen Schritten zu präzisieren – auch ohne tiefes Vorwissen.

1. Welche LED-Beleuchtungstechnik liefert den passenden Kontrast? (Auflicht, Durchlicht, Dunkelfeld)

Die Wahl der Beleuchtungstechnik legt fest, welchen Kontrast Sie überhaupt erreichen können. Deshalb ist sie der erste und wichtigste Schritt bei der Auswahl einer LED-Beleuchtung. Jede Technik erzeugt ein anderes Bild der Szene – und damit andere Möglichkeiten der Auswertung. 


Auflicht – die Standardlösung für Strukturen, Farben & Markierungen 

Bei Auflicht wird das Objekt frontal beleuchtet. Dadurch werden Oberflächenmerkmale, Druckbilder, Farben und Codes klar herausgearbeitet. Je nach Lichtführung (diffus, koaxial, fokussiert) lassen sich Reflexionen unterdrücken oder gezielt nutzen.


Ideal für: Druckbildkontrolle, Farbprüfung, Barcode- und Datamatrix-Erkennung, Strukturprüfungen.


Die entsprechende Beleuchtungsgeometrie – Ringlicht, Spot oder Flächenlicht – lässt sich im Auswahlprozess einfach an Ihre Bauteilgröße und Oberfläche anpassen.


Durchlicht (Backlight) – maximaler Kontrast für Kanten & Silhouetten

Durchlicht erzeugt ein kontrastreiches Hell-Dunkel-Bild, weil das Objekt als dunkle Silhouette vor einem homogenen Hintergrund erscheint. Perfekt für Aufgaben, bei denen die äußere Form entscheidend ist.


Ideal für: Konturenanalyse, Vermessung, Anwesenheitskontrolle, transparente oder teiltransparente Materialien.


Backlights und Linienlichter ermöglichen zusätzlich eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung – wichtig für präzise Messaufgaben.


Dunkelfeld – sichtbare Mikrodefekte auf glänzenden Oberflächen

Bei Dunkelfeldbeleuchtung treffen flache Lichtwinkel auf das Objekt. Dadurch erscheinen Kratzer, Grate, Riefen, Staubpartikel oder Gravuren als helle Linien oder Punkte, während die restliche Oberfläche dunkel bleibt. 

Ideal für: Metall, Glas, Folien, polierte oder reflektierende Oberflächen.

Segmentierte Bauformen oder ringförmige Dunkelfeldlichter ermöglichen außerdem eine sehr gezielte Fehlerdetektion.


Typische Entscheidungskriterien:

  • Oberflächen, Farben oder Markierungen prüfen? → Auflicht
  • Kanten, Formen oder Silhouetten auswerten? → Durchlicht
  • Feinste Fehler auf glänzenden Materialien erkennen? → Dunkelfeld
  • Unklar, wo starten? → Auflicht & Durchlicht abgleichen, Dunkelfeld bei Bedarf ergänzen

2. Welche LED-Bauform ist für Ihre Anwendung optimal?

Die Bauform entscheidet darüber, wie LEDs ihr Licht auf das Objekt bringen – diffus, fokussiert, segmentiert oder flächig.
Bei der Auswahl helfen Kriterien wie Abstrahlwinkel, Homogenität, Platzbedarf und Lichtführung, die sich in vielen Konfigurationen kombinieren lassen.

LED-Ringlichter 

Ringlichter nutzen mehrere LED-Segmente, die rundum abstrahlen.
Sie liefern ein gleichmäßiges, schattenarmes Auflicht, besonders mit diffusen Covers oder segmentierter Ansteuerung.

Typische Merkmale:

  • variable Lichtrichtung durch einzeln schaltbare LED-Sektoren
  • gute Kontrolle von Reflexen auf Metall und Kunststoff
  • in vielen Durchmessern wählbar – passend zu Kameraabstand & Sichtfeld

 

LED-Balken- & Linienlichter

Lineare LED-Arrays erzeugen eine fokussierte oder diffuse Lichtlinie, ideal für strukturiertes Streiflicht oder schnelle Prozesse..

Typische Merkmale:

  • hohe Intensität durch eng fokussierte Optiken 
  • perfekt für Bahnmaterialien, Kanten oder Mikrostrukturfehler 
  • in verschiedenen Längen und Leistungsstufen verfügbar

 

LED-Flächenlichter / Panels

Panels bestehen aus vielen LEDs hinter Diffusoren und erzeugen eine extrem homogene Leuchtfläche.

Typische Merkmale:

  • ideal für Durchlicht (konturscharfe Silhouetten) 
  • absolut gleichmäßige Ausleuchtung großer Prüfbereiche 
  • optional mit verschiedenen Diffusor- und Intensitätsstufen 

 

LED-Spots

Spots bündeln LED-Licht mithilfe von Linsen oder Kollimatoren.

Typische Merkmale:

  • sehr intensiver Lichtpunkt mit hohem Kontrast 
  • gut für Schräglicht, eng begrenzte Bereiche oder Roboter-Applikationen
  • flexibel einstellbarer Abstrahlwinkel (Optik-Varianten)

 

LED-Dome-Beleuchtungen

Dome-Beleuchtungen erzeugen eine diffuse Lichtkammer, gespeist von ringförmig angeordneten LEDs.

Typische Merkmale:

  • reflexionsarme Darstellung glänzender Oberflächen 
  • stabil bei unruhigen, gewölbten oder strukturierten Teilen 
  • gleichmäßige 360°-Streulichtumgebung 

 

LED-Koaxiallichter

LEDs werden über Strahlteiler in den optischen Pfad eingebracht, wodurch ein planer, schattenfreier Hellfeld-Effekt entsteht.

Typische Merkmale:

  • ideal für spiegelnde, plane Oberflächen
  • keine seitlichen Schatten oder Fremdreflexe
  • sehr stabil bei feinen Strukturen und Markierungen 


Praxis-Tipp:

Die beste Bauform ergibt sich, wenn Sie drei Fragen kombinieren:

  • Wie groß ist das Objekt? → bestimmt Lichtgröße & Geometrie
  • Wie soll das Licht wirken? → diffus, fokussiert, segmentiert, flächig
  • Wie viel Platz steht zur Verfügung? → entscheidet zwischen Panel, Ringlicht, Spot 

3. Welche LED-Wellenlänge erzeugt den besten Bildkontrast? (UV, VIS, IR, SWIR)

Die Wellenlänge beeinflusst, welche Materialeigenschaften sichtbar werden und wie stark Strukturen, Farben oder Defekte hervortreten. Verschiedene Spektren erzeugen unterschiedliche Bildwirkungen – wichtig für eine stabile, reproduzierbare Inspektion. 


Weißlicht (VIS, 400–700 nm)

Eignet sich für Anwendungen, bei denen mehrere Farben oder unterschiedliche Materialien gleichzeitig beurteilt werden. 

Kontrastverhalten:

  • natürliche Darstellung farbiger Oberflächen 
  • gute Gesamtdifferenzierung bei gemischten Materialien 
  • geeignet für Farbkamera-Sensoren 

Wann sinnvoll? 

Wenn Farbinformationen benötigt werden oder die Szene ohne starke Spektralbetonung beurteilt werden soll. 

 

Monochrome Farben (Rot, Blau, Grün)

Schmalbandiges Licht verstärkt gezielt bestimmte Kontraste, da nur ein Spektralbereich genutzt wird.

Kontrastverhalten:

  • höhere Kantenschärfe durch reduzierte Streuung 
  • klare Farbgegensätze (z. B. Blau hebt Gelbtöne besonders gut hervor)

Wann sinnvoll?
Wenn Markierungen, Kanten, Druckbilder oder Lasergravuren betont werden sollen.

 

UV (365–400 nm)

UV-Licht aktiviert Fluoreszenz und macht feine Details sichtbar, die im sichtbaren Bereich kaum hervortreten.

Effekte:

  • Sichtbarmachen von Klebstoffresten, Beschichtungen, Mikrorissen 
  • Hervorheben von fluoreszierenden Materialien
  • hohe Detailtreue bei feinen Strukturen 

Wann sinnvoll?
Wenn Oberflächen reagieren oder fluoreszieren sollen oder wenn sehr feine Defekte detektiert werden.


IR / NIR (700–1000 nm)

Infrarot reduziert sichtbare Farben und minimiert störende Reflexionen.

Kontrastverhalten:

  • deutlich geringere Spiegelungen auf Metall/Kunststoff; weitere Einflussfktoren dabei: Oberflächenrauheit, Einfallswinkel, Polarisation 
  • Durchdringen bestimmter Materialien (z. B. Etiketten, dünne Folien) 
  • stabil bei wechselndem Umgebungslicht 

Wann sinnvoll?
Wenn Farb- oder Druckinformationen unerwünscht sind oder Reflexionen die Auswertung stören.

 

SWIR (1000–1700 nm)

Macht Materialeigenschaften sichtbar, die im sichtbaren Licht verborgen bleiben.

Effekte:

  • Erkennen von Feuchtigkeit, Füllständen, Dichte- und Schichtunterschieden 
  • Analyse innerer Strukturen
  • sehr stabil gegenüber Störlicht im sichtbaren Bereich  

Wann sinnvoll?
Bei anspruchsvollen Inspektionen in Lebensmittel-, Pharma-, Elektronik- oder Verpackungsanwendungen.

 


Tipp:

Die richtige Wellenlänge ergibt sich am zuverlässigsten aus drei Fragen:

  • Welches Merkmal soll sichtbar werden? (Farbe, Struktur, Beschichtung, Defekte)
  • Spielen Reflexionen eine Rolle? (IR reduziert, UV betont) 
  • Welcher Kameratyp wird genutzt? (Monochrom = monochrome Farben; Farbe = Weißlicht) 

4. Dauerlicht oder LED-Strobe? – Die richtige Betriebsart für Ihre Geschwindigkeit

Die Wahl der Betriebsart bestimmt, wie stabil bewegte oder statische Szenen erfasst werden. Während Dauerlicht eine konstante Ausleuchtung liefert, ermöglicht Strobe extrem kurze, helle Lichtimpulse – ideal für schnelle Abläufe oder geringe Belichtungszeiten. 


Dauerlicht (Continuous Lighting) 

Die Beleuchtung leuchtet permanent mit einstellbarer Intensität. Geeignet für Anwendungen ohne extreme Bewegung oder wenn kontinuierliche Auswertung erforderlich ist.

Kontrastverhalten & Effekte:

  • konstante Helligkeit für stationäre oder langsam bewegte Objekte 
  • ideal für Setups mit festem Belichtungsfenster 
  • stabil in Kombination mit Zeilenkameras oder Dauerprüfplätzen

Wann sinnvoll?
Wenn die Geschwindigkeit moderat ist oder das System eine permanente Ausleuchtung benötigt (z. B. bei laufender Prozessüberwachung).

 

Strobe / Blitzbetrieb

Im Blitzbetrieb werden kurze, sehr helle Lichtpulse erzeugt, die perfekt zur Kamerabelichtung synchronisiert sind.

Effekte:

  • hohe Lichtleistung in extrem kurzer Zeit 
  • „Einfrieren“ schneller Bewegungen durch reduzierte Bewegungsunschärfe
  • große Intensitätsreserven bei sehr kurzen Belichtungszeiten

Wann sinnvoll?
Bei schnellen Förderbändern, rotierenden Teilen, Pick-and-Place-Bewegungen oder wenn hohe Kontraste trotz kurzer Belichtung notwendig sind.


Synchronisation & control

Der Blitzbetrieb erfordert eine präzise Triggerung zwischen Beleuchtung und Kamera.
Moderne Beleuchtungsmodule sind oft mit integrierter Elektronik ausgestattet, die:

  • Pulsdauer exakt steuert 
  • Überstrom für kurze Pulse erlaubt (Peak-Mode) 
  • Trigger-Signale direkt von der Kamera verarbeiten kann

Diese Funktionen helfen dabei, im Auswahlprozess gezielt Beleuchtungen zu finden, die sich sauber synchronisieren lassen.

 

Praxistipp:

Die Betriebsart ergibt sich meist aus drei Faktoren:

  • Objektbewegung: schnell → Strobe; langsam/statisch → Dauerlicht
  • Benötigte Belichtungszeit: sehr kurz → Strobe 
  • Verfügbare Intensität: hohe Reserven nötig? → Strobe mit Peak-Fähigkeit

Strobe lohnt sich insbesondere dann, wenn Bewegung und kurze Belichtungen zu wenig Kontrast erzeugen würden.

5. Homogenität, Lichtverteilung & Abstrahlwinkel: Was LED-Produkte unterscheidet

Die Qualität eines Bildes hängt nicht nur von Technik, Bauform und Wellenlänge ab, sondern vor allem davon, wie das Licht im Raum verteilt wird. Homogenität, Abstrahlwinkel und Lichtführung bestimmen, wie stabil und wiederholbar Kontraste entstehen. 


Homogenität – gleichmäßiges Licht für zuverlässige Bilddaten

Eine homogene Ausleuchtung sorgt dafür, dass das gesamte Sichtfeld gleichmäßig hell ist – ohne Hotspots, Schatten oder Helligkeitsverläufe.

Effekte:

  • stabile Grauwertverläufe → bessere Auswertbarkeit 
  • weniger Empfindlichkeit gegenüber Objektposition
  • zuverlässige Ergebnisse bei Mess- und Prüfprozessen

Wann sinnvoll?

Bei großen Flächen, Backlight-Silhouetten, Verpackungen, Etiketten, Blistern oder überall dort, wo gleichmäßige Belichtung entscheidend ist.

Lichtverteilung – diffus, gerichtet oder segmentiert? Die Art, wie Licht gestreut oder gebündelt wird, hat direkten Einfluss auf den Kontrast.


Diffus 

  • Licht wird weich gestreut. 
  • weniger Reflexionen und harte Schatten 
  • ideal für glänzende Oberflächen oder unregelmäßige Geometrien

Gerichtet

  • Licht trifft fokussiert auf das Objekt.
  • hohe Kontraste für Kanten, Gravuren oder Mikrofehler 
  • perfekt für Streiflicht-Setups und bewegte Prozesse

Segmentiert 

  • Einzelne Beleuchtungsbereiche sind separat ansteuerbar. 
  • variable Lichtrichtung ohne Umpositionieren
  • ideal für Objekte mit wechselnden Oberflächen oder Formen


Abstrahlwinkel – fokussiert oder breitflächig?

Der Abstrahlwinkel bestimmt, wie stark sich Licht über die Fläche ausbreitet.

Schmale Winkel (fokussiert)

  • höhere Intensität auf kleinem Bereich 
  • gut für Details, Schräglicht, kleine Arbeitsabstände 
  • vorteilhaft bei kurzen Belichtungszeiten 

Breite Winkel (weit streuend)

  • großflächig, weich, homogen 
  • gut für gleichmäßige Auflicht- und Backlight-Szenen 
  • stabil bei wechselnden Objektpositionen

 

Kontrast entsteht aus dem Zusammenspiel von Lichtcharakteristik und Materialverhalten.

Entscheidungslogik:

  • Wie stark soll die Oberfläche betont werden?
    → gerichtetes Licht 
  • Wie störend sind Reflexionen?
    → diffuse Lichtverteilung 
  • Wie groß ist der Prüfbereich?
    → breiter Abstrahlwinkel oder Flächenlicht 
  • Wie fein ist das Zielmerkmal?
    → enger Abstrahlwinkel oder fokussierte Geometrie 

6. Wie viel Platz steht zur Verfügung? LED-Bauformen für enge Einbauräume

In vielen Anwendungen bestimmt nicht die Beleuchtungsart, sondern der verfügbare Bauraum, welche Lösungen überhaupt in Frage kommen. Besonders bei Retrofit-Projekten, komplexen Maschinenlayouts oder engen Robotikzellen müssen Beleuchtungen exakt in vorhandene Strukturen passen.

 

Kompakte Spots – maximale Intensität bei minimalem Platzbedarf

Spots sind ideal, wenn nur wenige Zentimeter Raum zur Verfügung stehen. Durch Optiken oder Kollimatoren können sie trotz kleiner Bauform eine hohe Lichtdichte erzeugen.

Effekte:

  • punktgenaue Beleuchtung selbst bei knappem Arbeitsabstand 
  • gute Wahl für Robotikanwendungen, Pick-and-Place und Greiferzonen 
  • flexibel montierbar durch kleine Geometrie 

 

Schmale Balken- und Linienmodule – ideal für Streiflicht in engen Maschinenbereichen

Lineare Module eignen sich hervorragend, wenn Licht seitlich eingekoppelt werden muss, aber kaum Raum für große Flächenleuchten vorhanden ist.

Effekte:

  • hohe Intensität entlang einer schmalen Achse 
  • ideal für Bauteile, die sich bewegen oder nur aus einer Richtung zugänglich sind 
  • sehr gut für Streiflicht-Setups in engen Umgebungen

 

Slim Panels – flach, homogen und einfach integrierbar

Ultraflache Flächenmodule ermöglichen eine homogene Ausleuchtung, ohne den Maschinenraum wesentlich zu verändern.

Effekte:

  • große Leuchtfläche bei geringer Bautiefe 
  • perfekt für Backlight-Szenarien in engen Rahmenkonstruktionen 
  • häufig in Verpackungs-, Elektronik- und Pharmaanlagen

 

Kompakte Ringlicht-Varianten – rundes Licht bei geringem Abstand

Für Applikationen mit zentraler Kameraausrichtung bieten kleine Ringlichtdurchmesser eine effektive Beleuchtung direkt entlang der optischen Achse. 

Effekte:

  • gleichmäßiges Auflicht aus kurzer Distanz 
  • gut für kleine Arbeitsabstände in Prüfstationen 
  • platzsparend bei frontaler Montage

 

Segmentierte Bauformen für schwierige Einbauwinkel

Wenn der Bauraum nicht nur klein, sondern auch unregelmäßig ist, können modulare oder segmentierte Einheiten die Lichtführung anpassen, ohne das gesamte Layout umzubauen. 

Effekte:

  • flexible Anordnung einzelner Elemente 
  • Lichtführung in engen Winkeln oder durch kleine Öffnungen möglich 
  • ermöglicht Beleuchtung selbst bei mechanischen Hindernissen


Praxis-Tipp:

Wenn der Einbauraum begrenzt ist, helfen drei Fragen bei der Vorauswahl:

  • Wie nah kann die Beleuchtung an das Objekt heran?
    → bestimmt Bauhöhe und Optik
  • Welche Richtung ist überhaupt zugänglich?
    → seitlich, frontal, durch Öffnungen, von oben/unten
  • Wie groß ist die benötigte Leuchtfläche?
    → beeinflusst Panelgröße, Spotwinkel oder Linienlänge

7.  Smarte LED-Funktionen: Benötigen Sie variable Farben, Sequenzen oder Controller?

Moderne Beleuchtungsmodule können weit mehr als nur ein- und ausschalten. Farbwechsel, Sequenzen, modulare Steuerung oder schnelle Triggerung eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, Kontrast gezielt zu steuern oder verschiedene Prüfaufgaben mit einer einzigen Beleuchtung zu lösen. 

 

Variable Farben – ein Licht für mehrere Aufgaben

Beleuchtungen mit umschaltbaren Farben (z. B. Rot/Blau/Grün oder Weiß + IR) ermöglichen es, verschiedene Kontrastwirkungen nacheinander auszunutzen.

Effekte:

  • Hervorheben unterschiedlicher Materialmerkmale ohne Umbau 
  • Farb- oder Strukturprüfung in einem Setup 
  • schnelle Umschaltung für wechselnde Bauteile 

Wann sinnvoll?
Wenn mehrere Varianten oder Materialfarben geprüft werden – oder wenn neutral und schmalbandig im Wechsel benötigt wird.

 

Sequenzen & Mehrfachbeleuchtung – wechselnde Lichtzustände automatisch steuern

Über Sequenzsteuerungen lassen sich mehrere Lichtzustände in festgelegter Reihenfolge abrufen, synchron zur Kamera.

Effekte:

  • mehrere Bildvarianten pro Teil (z. B. Auflicht + Schräglicht) 
  • reproduzierbare Prüfabläufe 
  • erweiterte Fehlererkennung ohne mechanische Bewegung

Wann sinnvoll?
Wenn dieselbe Station unterschiedliche Fehlerbilder erkennen soll oder Bauteile komplexe Geometrien aufweisen.

 

Controller & Triggerlogik – präzise Steuerung für schnelle Prozesse

Externe Controller oder integrierte Controller übernehmen die Regelung von Intensität, Pulsdauer, Sequenzen oder Mehrkanalbetrieb.

Effekte:

  • exakte Synchronisation mit Kamera-Trigger 
  • Steuerung mehrerer Lichtkanäle aus einem System 
  • reproduzierbare Pulsstärken und Belichtungszeiten 
  • stabile Ergebnisse auch bei hohen Taktraten

Wann sinnvoll?
Bei schnellen Linien, Robotikprozessen, Strobe-Anwendungen oder komplizierten Multi-Channel-Setups.

 

Intensitätsregelung & Dimmkurven – Feintuning für Bildqualität

Viele Beleuchtungen erlauben es, Helligkeit oder Lichtcharakteristik exakt einzustellen.

Effekte:

  • Feinabstimmung des Kontrasts bei kritischen Oberflächen 
  • Anpassung an wechselnde Materialchargen 
  • Reduktion von Überstrahlung oder Sättigung

Wann sinnvoll?
Wenn zwischen unterschiedlichen Objektzuständen gewechselt wird oder stabile Belichtung trotz wechselnden Materials erforderlich ist.

 

 

Praxis-Tipp:

Smarte Funktionen lohnen sich besonders, wenn:

  • mehrere Prüfaufgaben in einer Station abgedeckt werden sollen 
  • Materialvarianten oder Farbwechsel auftreten 
  • mehrere Beleuchtungszustände pro Teil Vorteile bringen 
  • das System sehr hohe Geschwindigkeit oder präzise Triggerzeiten benötigt

Nächster Schritt: passende Produkte auswählen

 

Über den STEMMER IMAGING Produktfinder können Sie diese Parameter direkt kombinieren und dadurch schnell zu einer Auswahl gelangen, die technisch genau zu Ihrer Anwendung passt.
Wenn Sie eine Einschätzung wünschen oder mehrere Optionen vergleichen möchten, unterstützen unsere Experten Sie gern bei der optimalen Zusammenstellung.

 

Brauchen Sie Unterstützung bei der Auswahl der richtigen LED-Beleuchtung? Unsere Experten helfen Ihnen weiter!


Unsere Experten unterstützen Sie bei der Auswahl der passenden LED-Beleuchtung – abgestimmt auf Kamera, Optik, Einbauraum und Ihre konkrete Prüfaufgabe.

Häufige Fragen zu unseren LED-Beleuchtungen

Wie lange ist die typische Lebensdauer von LED-Beleuchtungen in der Bildverarbeitung?

Die meisten industriellen LED-Beleuchtungen erreichen eine Lebensdauer von 20.000 bis über 50.000 Betriebsstunden – je nach Qualität der LEDs, Thermomanagement und Betriebsart (Dauerlicht vs. Strobe). Im Strobebetrieb kann die effektive Lebensdauer sogar höher sein, weil die LEDs nur kurz gepulst werden. Wichtig ist ein gutes Wärmemanagement: Überhitzung verkürzt die Lebensdauer deutlich.

Kann ich bestehende Anlagen einfach auf LED-Beleuchtung umrüsten?

In vielen Fällen ja. Besonders kompakte Spots, schmale Linienlichter oder Slim-Panels eignen sich gut für Retrofit-Situationen mit begrenztem Bauraum. Wichtig ist, Einbaumaße, Versorgung/Ansteuerung und die gewünschte Lichtwirkung zu prüfen. Unsere Experten unterstützen Sie dabei, bestehende Leuchten durch passende Lösungen zu ersetzen.

Wie teste ich, ob eine Beleuchtung wirklich zu meiner Anwendung passt?

Idealerweise wird die Beleuchtung mit Originalbauteilen und der geplanten Kamera-/Optikkombination getestet. Dazu können Laboraufbauten, Demogeräte oder Applikationssupport genutzt werden. So sehen Sie früh, ob Kontrast, Homogenität und Geschwindigkeit für den späteren Prozess ausreichen.

Spielt das Umgebungslicht bei LED-Beleuchtungen eine Rolle?

Ja. Starkes Fremdlicht kann den nutzbaren Kontrast reduzieren oder Messungen verfälschen. In solchen Fällen helfen höhere Intensitäten, Strobe-Betrieb, passende Wellenlängen (z. B. IR) oder Abschirmmaßnahmen. Im Zweifelsfall lohnt es sich, die reale Lichtsituation in der Anlage mitzubetrachten.

Welche Schutzarten (IP-Schutzklassen) sind für LED-Beleuchtungen in industriellen Umgebungen sinnvoll?

In sauberen Laborumgebungen reicht oft IP20. In Produktionslinien mit Staub, Feuchtigkeit oder Reinigungsprozessen sollten höhere Schutzarten wie IP65 oder IP67 gewählt werden. Entscheidend ist, ob die Beleuchtung direkten Medien (Kühl-/Schmiermittel, Wasserstrahl, Reinigungschemie) ausgesetzt ist. Für robuste Produktionsumgebungen empfiehlt sich mindestens ein spritzwassergeschütztes Gehäuse.